F6H8®

Literatur

Wong D, Lois N:

Perfluorocarbons and Semifluorinated Alkanes

Seminars in Ophthalmology, 2000, 15, 1, 25-35

Dieser Artikel erläutert die physikalischen und chemischen Unterschiede zwischen Perfluorcarbonen und semifluorierten Alkanen und diskutiert die damit verbundenen Verwendungsmöglichkeiten als intraoperatives Tamponademedium in der Augenheilkunde. Die Effektivität als Tamponadeflüssigkeit wird durch die Parameter Dichte, Kontaktwinkel, Viskosität, Oberflächen - und Grenzflächenspannung bestimmt. Aufgrund der reduzierten Dichte von F6H8 gegenüber herkömmlichen Perfluorcarbonen ist ein Einsatz als Langzeittamponademedium für inferiore Problemfälle theoretisch denkbar, allerdings wird wegen der erhöhten Emulsifikationsrate zur Vorsicht geraten. Als temporäres Tamponademedium kann F6H8 ohne Einschränkungen verwendet werden.
Meinert H, Roy T:

Semifluorinated alkanes - A new class of compounds with outstanding properties for use in ophthalmology

European Journal of Ophthalmology, 2000, 10, 3, 189-197

Semifluorierte Alkane bestehen aus einem Perfluorcarbon - und einem Hydrocarbonanteil. Sie sind physikalisch, chemisch und physiologisch inerte, farblose, Laser stabile Flüssigkeiten mit einer deutlich reduzierten Dichte im Bereich von 1,1 und 1,7 g/cm³ und einer sehr niedrigen Oberflächen - und Grenzflächenspannung. Damit sind sie als Tamponademedium für Netzhautmanipulationen geeignet. Ferner sind semifluorierte Alkane in Perfluorcarbonen, Hydrocarbonen sowie in Silikonölen löslich. Die Kombination aller Eigenschaften macht die semifluorierten Alkane zu einem interessanten Kandidaten für unterschiedlichste Anwendungsbereiche in der Ophthalmologie.

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Schatz B, El-Shabrawi, Haas A, Langmann G:

Adverse side effects with Perfluorohexyloctane as a long-term tamponade agent in complicated vitreoretinal surgery

Retina, 2004, 24, 567-573

F6H8 wurde bei 18 Patienten mit inferioren Netzhautschäden als Langzeittamponademedium über einen Zeitraum von 2 bis 14 Wochen eingesetzt, wobei die postoperative Beobachtungszeit zwischen 3 und 18 Monaten lag. Dauerhafte Wiederanlegung der Netzhaut wurde in 10 Fällen (56%) erreicht. Zu den Nebenwirkungen durch den Einsatz von F6H8 zählen Lichtempfindlichkeit (2 Patienten), Schmerzen (2 Patienten), Hypotonie (4 Patienten), starke Emulsifikation (1 Patient), Hornhautschäden (1 Patient), Ausbildung von fibrinösen Membranen (5 Patienten), posteriore Linsentrübung (1 Patient) und Netzhautnarbenbildung (1 Patient). Um die Anzahl der Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte F6H8 bei Verwendung als Langzeittamponademedium so kurz wie möglich im Auge verweilen.
Langefeld S, Kirchhof B, Meinert H, Roy T, Aretz A, Schrage NF:

A new way of removing silicone oil from the surface of silicone intraocular lenses

Graefe´s Arch Clin Exp Ophthalmol, 1999, 237, 201-206

Intraocular Linsen (Domilens) werden jeweils mit kleinen eingefärbten (Sudan IV als Färbemittel) Silikonöltropfen (AdatoSIL-OL 1000 oder 5000) benetzt und anschließend mit F6H8 abgespült. Kleine Silikonöltöpfchen (50 bis 100 µl) lassen sich mit kleinen Mengen F6H8 (800 µl) von der Linsenoberfläche abspülen. Größere Tropfen werden selbst von 2 ml Spüllösung (F6H8) nicht vollständig entfernt. Aufgrund ihrer unterscheidlichen Viskosität lassen sich Silikonölreste der Viskosität 1000 mPas leichter mit F6H8 von Linsenoberflächen entfernen als Silikonöl 5000 Reste.

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Kobuch K, Menz DH, Hoerauf H, Dresp JH, Gabel VP:

New substances for intraocular tamponades: perfluorocarbon liquids, hydrofluorocarbon liquids and hydrofluorocarbon-oligomers in vitreoretinal surgery

2001, 239, 635-642

Neben F4H4, F6H2 und Oligomeren die aus 2 bis 4 verknüpften F6H2 Einheiten bestehen, werden F6H6 und F6H8 als intraoculare Tamponadeflüssigkeiten vorgestellt. Aufgrund der niedrigen Viskosität treten bei allen semifluorierten Alkanen innerhalb der ersten Woche eine deutliche Emulsifikation auf, die zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Als mögliche Alternative wurden Oligomere aus F6H2-Einheiten vorgestellt die eine deutlich gesteigerte Viskosität von ca. 90 bis 1000 mPas aufweisen.

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